Balthasar auf Erlebnistour durch das AQUA! 2008.

9. August 2008

Liebes Tagebuch.
Heute war der große Tag des großen Projekts "Q", bei dem alle Lagerteilnehmer, die großen und die kleinen, mitmachen konnten. Dabei ging es um den Bau und die Gestaltung von drei Brunnen als symbolische Parallele für tatsächliche Brunnengrabungen in der Demokratischen Republik Kongo, die von unseren Sponsoren finanziert werden. Ich habe allerdings auch gehört, dass der Pflichteuro, der in der Handyladestation für einmal Handyladen eingetrieben wird, auch in den Kongo  reist.


Während im Kongo die Sonne unerbittlich auf die Menschen nieder brennt, hat uns unser Wassergott schon so lieb gewonnen, dass er nicht aufhört, uns Wasser vom Himmel zu schicken. Denn kaum waren die ersten großundklein gemischtenTrupps aufgebrochen um gemeinsam verschiedene Aufgaben zu erfüllen und Probleme zu lösen, begann es wie aus Kübeln zu schütten.  Das hat aber nichts gemacht. Die nächsten großundklein gemischten Gruppen blieben dann einfach erstmal vor der Hauptbühne stehen, von der den ganzen Tag Musik diverser Bands erschallte. So weit ich beobachten konnte, wurde dort eine neue Art von Gatschtanz entwickelt, der seinen Tänzern einiges an Geschicklichkeit abverlangte, damit sie vom Gleiten und Rutschen nicht übergangslos in der Suhle landeten.
Dann habe ich die verschiedenen Stationen der Aufgabenerfüllung und Problemlösung besucht. Wasser wurde wie im Kongo auf dem Kopf getragen, wozu sich der umgedrehte Pfadihut als geeignetste Unterlage zwischen Gefäß und Kopf erwies. Wasserraketen stiegen hunderte von Metern in die Luft, löchrige Rohre wurden mit vereinten Kräften mit Wasser gefüllt, Wasser  plastikbecherweise aus der Dürren Ager geschöpft, Wasserbälle mit der Methode des Wasserspuckens weiterbewegt, gefinkelte Wasserfilter aus den einfachsten Materialien hergestellt, Wasserbomben über ein Gatschfeld geworfen, der durchschnittliche Wasserverbrauch eines österreichischen Haushalts errechnet, und ........Vivat Aqua!


Wasser und Gatsch geleiteten mich am Nachmittag wieder vor die große Bühne, wo der Gatschtanz scheinbar gar nicht aufgehört hatte. Ein unerhörtes Heavy Metal Konzert mit einem fingerfertigen Pfadi an der hurtigen Gitarre hat uns derart eingeheizt, dass eine Menge Wasser verdampfen konnte. Seit dem ist uns die Sonne auch wieder ein bißchen holder.


Am Abend habe ich beobachtet, wie abertausende von Innviertler Knödel in Einkaufswägen zu den verschiedenen Gastro-stationen geschoben wurden, da morgen am Besuchersonntag ganz ganz viele Eltern und Großeltern und Tanten und Onkel und Geschwister erwartet werden, die alle verköstigt werden müssen. Wenn sie wirklich wollen, dürfen sie aber auch Grillhendl essen.


In der Wasserwirtschaft gabs dann noch einen hohen Gast, den Sozialminister Erwin Buchinger, der sich den Fragen der jungen und älteren Pfadis stellte. Der Andrang war enorm und die Stimmung auf beiden Seiten gut und gelassen und die Schuhe vom Herrn Minister strotzten nach seinem Lagerbesuch genauso vor Dreck und Schlamm wie unsere.


Nun ein Ade zur guten Nacht, liebes Tagebuch. Morgen bekommen wir ganz viel Besuch. Da können wir dann zeigen, was wir die ganze Zeit hier schon alles so gemacht und gebaut haben: Die Lagertürme mit Wendeltreppe, die Wasserrutsche mit beheizbarem Wasser, die Hochplateau-Zelte, die Feuerstellen, die Mosaike, die Texte aus der Schreibwerkstatt,.....

Schlaf gut!
Dein Balthasar



August 9th 2008

Dear diary,
Today was the big day of the big project "Q" which all the participants could join, the big ones and the small ones, and the thin ones and the tall ones. Project "Q" is about the construction and creation of three wells as a symbolic parallel to the construction of wells in the Democratic Republic of Kongo, financed by our sponsors. I have also heard that the compulsory Euro which has to be paid when you want to charge your mobile phone, will also travel to Kongo.


While in Kongo the sun grimmly burns the people's heads, our god of waters likes us so much that he just does not stop sending us  waters from above. Just as the first groups left to do their duties for the wells it started to pour heavily. But this was not too bad. So some groups decided to stay in front of the main stage from where you could hear music of several bands the whole day long. As far as I could observe they created a new kind of mud dance which has to be danced skillfully. Otherwise you end up lying in the muddy ditch.
Then I visited some of the stations where the groups had to fulfill their duties. I saw them carrying water on the head like they probabely do in Kongo, I saw water rockets rise hundreds of meters into the air, I saw a pipe with holes filled with water, I saw water scooped out of the little creek with paper mugs, I saw water balls moved by the method of spitting water, I saw  water filters made with very simple material, I saw water bombs being thrown over fields of mud,.... Vivat aqua!


Water and mud escorted me again to the main stage, where the mud dance hadn't stopped. An outrageous Heavy Metal concert showing a nimble fingered scout on the guitar gave us back our heat, so that a huge amount of water could evaporate. Since then the sun treats us a little bit better.


In the evening I watched as thousands of dumplings in a shopping cart were dragged over the camp site to the camp cafés, because tomorrow on visiters' day we expect many many parents and grandparents and aunts and oncles and siblings who of course have to be fed. If they want the can also eat roasted chicken.


In the Wasserwirtschaft we had a special guest, the minister of social affairs, Erwin Buchinger, who answered all the questions of younger and older scouts. The atmosphere of the discussion was very relaxed on both sides and the shoes of the minister were as dirty as ours when he left the AQUA! 2008.


Now have a good night, dear diary. Tomorrow we will receive many guests and we can show them what we have done at the camp until now: The camp towers with a spiral staircase, the waterslides with heatable water, the tends on high platforms, the fire places, the mosaiques, the texts created in the writing class......

Sleep well!

Yours
Balthasar



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