AQUA! The Water Jamboree 2008
Balthasar auf Erlebnistour durch das AQUA! 2008.

10. August 2008

Liebes Tagebuch.
heute endlich ist die Zeit der Gummistiefel zu Ende gegangen. Schon als wir aus den Zelten gekrabbelt sind, empfing uns ein ungetrübt himmelblauer Himmel, der nicht müde wurde, den ganzen Tag für eine königliche Sonne den Hofstaat zu machen. Die Gatschtänze sind also fürs erste ausgetanzt, nun müssen Staubtänze erfunden werden.


Bereits beim Frühstück konnte ich eine gewisse Vorfreude und Erwartungshaltung auf dem ganzen Lagerplatz spüren, denn heute war ja, wie schon angekündigt, Besuchersonntag, an dem hunderte oder tausende von Mamas, Papas, anderen Anverwandten, Daheimgebliebenen, Altpfadis, Haustieren, Hunden, Katzen, Meerschweinchen usw. erwartet wurden.


Bevor der Trubel aber losbrach, gab es die Möglichkeit für jeden, sich auf seine Weise an verschiedenen Orten noch etwas zu besinnen und besinnlich zu werden, denn schließlich ist der Sonntag nicht wie jeder andere Tag in der Woche. Da kann man schon einmal innehalten, wenn man will.


Aber dann! Dann gings los! Aus allen himmelblauen Himmelsrichtungen strömten sie herbei, und sie strömten und strömten, es wollte schier kein Ende nehmen. Die abertausende Innviertler Knödel, von denen ich gestern berichtet habe, genauso wie die Grillhenderl, die Pofesen, die Krapfen, die Koteletts, das Sauerkraut, die Würstel,…waren innerhalb kürzester Zeit verschlungen, und die Lieferanten waren unermüdlich im Einsatz, um Nachschub zu liefern. Was glaubst Du, liebes Tagebuch, wie viel Kohlehydrate, Eiweiß und Fett 10 000 Besucher zu sich nehmen müssen, um den Rundgang um das große Lager zu schaffen? Ja, Du hast richtig gelesen: 10 000 Leute waren’s, die die 5 000 Leute auf dem AQUA! 2008 besucht und die Teilnehmer um ihr Lagerleben beneidet haben.


Am Nachmittag fand am neu eröffneten Biotop die Preisverleihung an die umWeltdenker des Jahres 2008 statt. Das Entsorgungsunternehmen AVE und die OÖ Pfadfinder haben diesen Wettbewerb initiiert, und ersteres finanziert dabei die Umsetzung der preisgekrönten Ideen. Wir hatten die Ehre, auch denn Herrn Anschober bei der Preisverleihung begrüßen zu dürfen, der wie ich begeistert dem umWeltdenker-Rap der Rohrbacher und Berger Pfadi lauschte.


Als sich nach dem trubeligen Tag wieder etwas Ruhe im Lager einstellte, begannen sich exotische und bekannte appetitanregende Gerüche im Lager breit zu machen, die den Abend der offenen Töpfe ankündigten. Bei den CaEx und den RaRo hatte jede Gruppe es sich zur Aufgabe gemacht, das beste Gericht aus ihrer Heimat in ihren Töpfen und Pfannen allen anderen Lagerteilnehmern feil zu bieten. Die GuSp durften von diesem Ehrgeiz profitieren und schaufelten oberösterreichischen Erdäpfelkas und Gemüsesuppe, Tiroler Gröstl, Wiener Kaiserschmarrn, Griechische Fischvariationen von Calamares über Octopus und Sardinen bis zu Sardellen, Schottischen Cheddar cheese und gatschigen Keksaufstrich, Bayerische Weißwurst, … in sich hinein. Einen hübschen Anblick bot auch die Spiegeleivariation in Schwarzbrotrahmen. Und das Spanferkel, das die Hörschinger schon den ganzen Tag per pedale mit einem aufgebockten Fahrrad über dem Feuer gedreht hatten, entsprach ganz meinen Erwartungen. Leider konnte ich mir unmöglich auch nur einen einzigen Namen der vielen exotischen Gerichte aus Hongkong merken, ich kann aber sagen, dass es absolut nicht so schmeckte wie in dem Chinarestaurant in meiner Straße. Wenn Dir jetzt schon das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, hast Du noch nicht gelesen, was eine Gruppe aus Niederösterreich als eiweißhaltigen Snack anbot: Rate mal, liebes Tagebuch, was das sein könnte: es hat 6 Beine, hüpft gerne, lebt bei uns in den Wiesen, (in anderen Ländern tritt es im Schwarm als Plage auf), ist oft grün und heißt bei der Biene Maja Flipp. Du wirst es nicht glauben, aber die GuSp verzehrten mit Genuss die knusprig frittierten Heuschrecken, die tagsüber in der Wiese gesammelt worden waren.


Niemand wollte sich von all den kulinarischen Angeboten und ihren Anbietern trennen, das Geplapper und Getratsche und Geflirte in allen Sprachen wurde bis in die Zeit eds nun tiefschwarzen Nachthimmels ausgedehnt. Ich konnte schließlich vor lauter Dunkelheit gar nicht mehr erkennen, was man mir auf den Teller geschaufelt hatte, aber mein Vertrauen in die Pfadiküche ist sehr groß, und ich wurde nicht enttäuscht.


Liebes Tagebuch, nun bin ich sooooo satt, dass ich alsbald meinen schweren Bauch in meinen Schlafsack verfrachten werde, um ihm einen langen Verdauungsschlaf zu gönnen.
Schlaf du gut und bis morgen!

Dein Balthasar



August 10th 2008

Dear diary,
today the time of rubber boots finally has come to an end. When we crawled out of the tents we were awaited by a sky-blue sky who did not get tired to represent a courteous suite for the royal sun the whole day long. The mud dances are finished and new dust dances have to be created.


Already at breakfast time I could sense a certain joyful tension and expectation on the whole camp ground, because today, as I have already announced, is visitors’ day, and hundreds and thousands of mummis and daddies and other relatives and those who had to stay home and ex-scouts and pets, dogs cats and guinea pigs will be welcomed.


But bevor the turbulences started there were several possibilities for everyone to find a contemplativ moment in different ways, for it was Sunday and Sunday is different than the other days of the week. If you want you can pause and think things over then.


But then! Then it started! From all directions they streamed and streamed and it seemd that this stream of visitors would never end. The thousands of dumplings of which I spoke yesterday , as well as the roasted chickens, the Pofesen, the doughnuts, the steaks, the sauerkraut, the sausages,....were devoured in the shortest time and the provider could hardly fulfill the amounts of needed supply. Dear diary, what do you think: how many carbohydrates, fat and proteins 10 000 visitors have to eat to be able to cross the wide camp ground on feet? Yes, imagine, 10 000 people came to envy the 5 000 participants of AQUA! 2008.


In the afternoon there was the award ceremony for the “umWeltdenker of the year 2008” (the best environmental thinkers) at the recently opend biotope. The scouts of Upperaustria and the AVE (a waste management enterprise) have initiated this contest, and AVE will finance the realization of the best ideas. It was our honor to welcome Mr. Anschober at the ceremony who was listening to the umWeltdenker rap of the groups from Rohrbach and Berg with the same pleasure as I did.
When after the busy day some peace entered the campsite again, exotic and familiar smells began to spread over the whole camp, which heralded the evening of the open pots. Each group of CaEx and RaRo ambitiously decided to prepare the best dish of their home country and to offer it to the other participants. GuSp benefitted from this ambition and devoured Upperaustrian Kartoffelkas and vegetable soup, Tyrolian Gröstl, Viennese Kaiserschmarrn, Greek variation of fish from calamares over octopus and sardines to anchovy, Scotisch cheddar, Bavarian Weißwurst,..... The variation of the black bread framed sunny side up was nice to look at and tasty. The suckling pig of the group of Hörsching which had been turned and turned and turned over the fire by the per pedale method of a jacked up bycicle corrisponded with my expectations. Unfortunately I was not able to remember  all the names of the various exotic dishes of the group from Hongkong but it surely tasted much better then all I have ever eaten at the Chines restaurant in the street where I live. Maybe my letter has watered your mouth but wait until I tell you what a group from Lower Austria offered as a albuminous snack: Guess, what that could be: it has 6 legs, likes to jump and lives in the meadows (in southern countries it appears in swarms as a plague), it’s color is often green and as friend of the little bee Maja it is called Flipp. You won’t believe it but the GuSp boys and girls ate the fried crisp and crunchy grasshopper with pleasure which had been collected in the meadows during the day.


Nobody wanted to leave the culinary choices and their cooks, the chatting and babble and flirts in all kind of languages were extended until the sky was dark and black. In the darkness I was no longer able to recognize the food on my plate but I trusted the cooking scouts and was not disappointed by one bite.


Dear diary, now I am soooo full, that I will soon heave my heavy belly into my sleeping bag to give it a long sleep digestif.

 

Sleep well and see you tomorrow

Yours Balthasar